Peter Leibinger, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), reiht sich ein in die Riege hochrangiger Wirtschaftsvertreter, die fünf Minuten nach zwölf auf einmal Alarm schlagen angesichts des unübersehbaren und dramatischen Niedergangs des Industriestandorts Deutschland.
„Der Wirtschaftsstandort befindet sich in seiner historisch tiefsten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug“, kommentiert Leibinger die Zahlen des aktuellen Industrieberichts, der für die deutsche Industrieproduktion das vierte Jahr des Schrumpfens in Folge vorhersagt. Das sei „keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg“, warnt Leibinger durchaus zutreffend. Der Wirtschaftsstandort Deutschland befinde sich „im freien Fall“.
Struktureller Abstieg
Das ist keine Übertreibung, sondern eine so bittere wie zutreffende Zustandsbeschreibung. Irritierend an diesen deutlichen Worten ist allenfalls, dass sie erst so spät kommen. Deutschland steckt bereits seit über drei Jahren tief in Stagnation und Rezession fest. Die Warnrufe Leibingers und anderer Industrielenker erfolgen erst zu einem Zeitpunkt, an dem der Absturz der deutschen Wirtschaft bereits zur unkontrollierten Schussfahrt geworden ist.
Eine Viertelmillion Arbeitsplätze sind bereits verlorengegangen – durch Betriebsschließungen, Abwanderungen ganzer Branchen und Betriebe und durch Stellenverlagerungen ins Ausland. Ebenso viele Stellen sind im gleichen Zeitraum im öffentlichen Sektor entstanden – der einzigen Wachstumsbranche, die Deutschland noch verbleibt.
Staatsfinanzierte Strohfeuer
Nur Sozialisten können das für eine gute Nachricht und für zufriedenstellenden Ersatz halten. Erkauft wird dieses staatsfinanzierte Strohfeuer mit ausufernder Staatsverschuldung und Steuerbelastung, die von dem rapide schrumpfenden produktiven Kern der Volkswirtschaft erbracht werden muss.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











