Geahnt hat man es schon länger: Nicht die Axt erspart den Scheidungsrichter (wie es in einem dummen Witz heißt), sondern WhatsApp. Immer mehr Deutsche tragen Beziehungskrisen per Textnachrichten aus. Das ergab eine Studie mit mehr als 3000 Frauen und Männern zwischen 18 und 69 Jahren. Beinahe zwei Drittel (63 Prozent) haben demnach schon mal per Messenger gestritten. Das Phänomen des Streitens per WhatsApp, Telegram oder anderen Diensten hat inzwischen einen eigenen Namen; „Fexting“ – ein Mix aus fighting und texting, also streiten und schreiben.
Die Mehrzahl derjenigen, die sich schon mal per Textnachricht gezofft haben, empfindet es als störend, wenn der Partner eine Nachricht liest, aber nicht umgehend antwortet. Die Umfrage machte das Marktforschungsinstitut Innofact. Auftraggeber war die Dating-App Parship. 84 Prozent der Befragten kennen Fexting aus eigener Erfahrung. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil. Einfach gesagt: Junge streiten öfter online, ältere seltener.
In Zeiten, wo in einem Restaurant alle Familienmitglieder am Handy spielen, statt miteinander zu reden, wundert einen nichts mehr. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Die moderne Form der Streitkommunikation kommt Männern entgegen. Denn einer der gefürchtetsten Sätze in einer Ehe ist: „Schatz, wir müssen mal reden!“ Diese paar Worte bedeuten immer Streit und Auseinandersetzungen, meist zu Ungunsten des Mannes. Die neue Methode per WhatsApp macht manches leichter, nicht alles.
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