Es ist Montag, 8:30 Uhr im ZDF-Morgenmagazin (das seit 2021 einen Zuschauerrückgang um 28,8 Prozent zu verzeichnen hat). Nun heißt es: Gegensteuern, Leute! Zum Beispiel mit der gerade irgendwo in anderen, fremden Sphären total angesagten, flotten Ikkimel – Berliner Rapperin, grell, derb, kalkuliert ordinär, spärlichst bekleidet, mit Hautkunst und bereits mehreren 1live-Kronen des Westdeutschen Rundfunks dekoriert.
Das selbsternannte „Partyschwein“ gibt ihren „progressiven Pop-Feminismus“, von ebenfalls ihr selbst liebevoll als „Fotzenrap“ tituliert, vor einem zunehmend peinlich berührt dreinschauenden Studiopublikum zum Besten.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich (nicht) streiten und man könnte wohlwollend sagen: „Musikalisch bewegt sich das Ganze auf einem bewusst minimalistischen, monotonen Fundament, das seine Wirkung weniger aus kompositorischer Raffinesse als aus Wiederholung, Lautstärke und sprachlicher Schlichtheit bezieht.“
Man könnte aber auch ehrlich sein und diesen Erguss als billigsten Rummelbuden-Techno mit dem Charme eines runtergefallenen Schaschliktellers (darf man eigentlich noch Schaschlik sagen oder steht das auch schon auf dem Index, man kennt sich ja heutzutage nicht mehr aus) bezeichnen, bei dem man sich die ganze Soße über die Hose gekippt hat und dann noch den ganzen Weg durch die Stadt zu Fuß nach Hause laufen muss. Akustisch blechern, stimmlich dünn, lyrisch auf einem Niveau irgendwo zwischen Kindergarten und Besserungsanstalt. Letztere allerdings ohne Alkoholverbot.
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