Ifo-Präsident Clemens Fuest hat den Rentenkompromiss der Bundesregierung kritisiert und vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen gewarnt. „Das jetzt verabschiedete Rentenpaket wird künftig Steuererhöhungen erzwingen“, weil die zusätzlichen Milliardenlasten für den Bundeshaushalt finanziert werden müssten, sagte Fuest der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. „Unternehmen und private Investoren werden darauf mit verstärkter Abwanderung aus Deutschland reagieren.“
Fuest bezeichnete das Festhalten am Paket als „schweren Fehler“ und kritisierte vor allem die „falsche Reihenfolge“ des Vorgehens: Zunächst werde eine Reform beschlossen, die die Staatsfinanzen massiv belastet. Anschließend solle eine Expertenkommission Vorschläge erarbeiten, die in die entgegengesetzte Richtung weisen – etwa ein höheres Rentenzugangsalter, eine neue Berechnung des Rentenniveaus nach 2032 oder die Einbeziehung weiterer Beitragszahlergruppen. Ob diese Korrekturen politisch überhaupt noch durchsetzbar seien, hält der Ifo-Chef für fraglich.
Hintergrund der Debatte ist der Rentenkompromiss der Bundesregierung unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Das Paket sieht vor, das Rentenniveau bis 2031 zu stabilisieren und zusätzliche Leistungen wie eine erweiterte Mütterrente abzusichern. Finanziert werden soll dies unter anderem über höhere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt sowie eine stärkere Heranziehung weiterer Einkommensarten, etwa privater Kapitalerträge.
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