Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat sich vom BR24 für das Format „Possoch klärt“ interviewen lassen. Fratzscher mühte sich dabei erneut ab, die aktuelle wirtschaftliche Lage zu beschönigen sowie der Bundesregierung Rückendeckung zu geben.
„Wir Deutschen neigen dazu, sehr schnell von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt zu wechseln und wenig dazwischen zu kennen“, meint Fratzscher. Und weiter: „Dieser Abgesang auf die deutsche Industrie ist Quatsch – wir sind deutlich besser, als der öffentliche Diskurs gerade vermittelt.“ Dass in Deutschland allerdings erstmals seit der Wiedervereinigung die Nettoinvestitionen negativ sind, hält selbst Fratzscher für dramatisch. Hierüber sei er „sehr besorgt“. Dies sei „eines der Kernsymptome unseres Problems“, so Fratzscher.
Auf staatlicher Seite seien die Ausgaben für Investitionen indes schon seit Jahrzehnten zu gering, betont Fratzscher. Im Zusammenhang mit dem kurz nach der Bundestagswahl beschlossenen Sondervermögen spricht Fratzscher jedoch ausdrücklich Anerkennung für die schwarz-rote Koalition aus. „Ich will zunächst ein Lob aussprechen: Die 500 Milliarden sind ein wichtiger Schritt, es mangelt jetzt nicht mehr am Geld. Merz hat damit eine echte 180-Grad-Wende hingelegt.“
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