Wie die US-Einwanderungsbehörde ICE zum Schauplatz linksextremer Gewalt wird

vor 9 Monaten

Wie die US-Einwanderungsbehörde ICE zum Schauplatz linksextremer Gewalt wird
Bildquelle: NiUS

Chicago, ein kühler Freitagmorgen im September. Die Straßen vor dem Haftzentrum der Einwanderungsbehörde ICE vibrieren von aggressiven Sprechchören: „Keine Grenzen, keine Mauern!“ Etwa hundert Demonstranten, darunter radikale Linke mit vermummten Gesichtern und Regenbogenflaggen, blockieren die Zufahrten, behindern den Betrieb der Behörde. Plötzlich bricht Chaos aus. Kat Abughazaleh, eine 26 Jahre alte demokratische Sozialistin und Kongresskandidatin, wird von einem ICE-Beamten zu Boden gerissen, landet hart auf Asphalt. Das Vorgehen wurde notwendig, weil Abughazaleh und ihre Mitstreiter die Arbeit der Polizisten unmöglich machten, geht aber schnell viral und verbreitet sich rasch auf Plattformen wie BlueSky, wo Abughazaleh über 250.000 Follower hat. „Das passiert, wenn ICE den Ersten Verfassungszusatz verletzt“, kommentiert sie später.

In Chicago, wo die Einwanderungsbehörde ICE die Operation „Midway Blitz“ durchführt, kam es auch zum Einsatz von Rauchgranaten und Pfefferspray, nachdem Demonstranten die Einfahrt blockierten.

In Chicago, wo Abughazaleh protestierte, schlitzten „Antifaschisten“ die Reifen eines Vans auf, blockierten die Zufahrt. Daraufhin setzten die Polizisten Tränengas und Gummigeschosse ein, mehrere Festnahmen folgten. Das Department of Homeland Security sprach von einer „organisierten Anstrengung“, die Abschiebungen sabotieren. Die Bilder, eingefangen von Journalisten vor Ort, zeigen nicht nur die rohe Konfrontation, sondern fangen einen größeren Konflikt ein, der aktuell die USA in Atem hält – und sich intensivieren dürfte: Die Abschiebepraxis von US-Präsident Donald Trump mobilisiert linksextremen Protest, der immer wieder vor ICE-Niederlassungen zieht und die Ausweisungen, die als „unmenschlich“ angesehen werden, torpedieren will.

Ähnliche Szenen wiederholen sich in anderen Städten, wo linksextreme Gruppen die Arbeit der ICE systematisch behindern und Gesetze brechen. In Dallas kam es am Mittwoch zu einem schweren Gewaltvorfall: Ein Schütze eröffnete dort das Feuer auf ein ICE-Büro in der texanischen Metropole. Von einer erhöhten Position aus – vermutlich aus einem benachbarten Gebäude – feuerte der Täter gezielt ins Innere der Einrichtung, tötete dabei mindestens einen Häftling und verletzte zwei weitere Personen.

Die Hintergründe über den Angreifer, der sich anschließend selbst das Leben nahm, sind noch unbekannt, und doch fällt auf: Eine seiner Patronenhülsen beschriftete er mit dem Schriftzug „Anti-ICE“, wie FBI-Direktor Kash Patel bekanntgab. Der Vorfall ähnelt zudem einem früheren Angriff auf ein ICE-Gebäude in Alvarado, ebenfalls in Nordtexas, der sich im Juli 2025 ereignete und einer lokalen Antifa-Zelle zugeschrieben wird. Bei dieser Schießerei wurde ein Beamter in den Hals geschossen, 17 Personen (einschließlich trans- und antifaschistischer Aktivisten) wurden verhaftet.

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