Der Soziologe Klaus Hurrelmann spricht sich für eine stärkere Beteiligung älterer Menschen an gesellschaftlichen Aufgaben aus. „Wir sollten darüber diskutieren, wie gesellschaftliche Aufgaben wie die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit von allen Generationen getragen werden können“, sagte er dem Spiegel. Er forderte: „Am Ende des Arbeitslebens, ja.“ Auch ältere Menschen müssten einen Beitrag leisten.
Er hält es für ungerecht, diese Verantwortung allein den Jüngeren aufzubürden. „Von den Jungen zu erwarten, dass sie im Ernstfall allein das Land verteidigen, ist nicht gerecht.“ Die junge Generation habe sich in der Pandemie solidarisch verhalten und trage heute sowohl das Rentensystem als auch die wachsende Staatsverschuldung. „Sie müssen auch diese immensen Schuldenberge abtragen, die wir ihnen gerade aufbürden.“
Neben einem Pflichtdienst schlägt Hurrelmann eine Reform des Rentenalters vor. Die Gesellschaft könne es sich nicht leisten, das Rentenalter starr zu handhaben. „Wer fit ist, könnte durchaus länger arbeiten“, sagte er. Kritik übte er an der gängigen Praxis, mit Anfang 60 in den Ruhestand zu gehen: „Mit 65 – oder oft genug schon mit 63 – sind die Leute plötzlich nur noch Privat- und Urlaubsmenschen. Was ist denn das für ein Konzept?“
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