Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) setzt bei der Entwicklung der deutschen Wasserstoffwirtschaft auf Kooperationen mit Partnern aus Saudi-Arabien. Im Rahmen ihres Besuchs im Golfstaat haben deutsche Firmen Abkommen mit saudi-arabischen Unternehmen geschlossen. Eine Strategie, die über Importketten Abhängigkeiten schafft, obwohl zentrale energiepolitische Voraussetzungen in Deutschland ungelöst bleiben.
Geplant ist, in Saudi-Arabien mit erneuerbaren Energien produzierten grünen Wasserstoff in Ammoniak als Trägermedium umzuwandeln, diesen dann per Schiff nach Deutschland zu transportieren und in sogenannten Crack-Anlagen – die allerdings noch gebaut werden müssen – wieder in Wasserstoff zurück umzuwandeln. Der Energiekonzern EnBW und das saudische Unternehmen ACWA Power unterzeichneten hierfür eine Absichtserklärung über den Bau eines Crackers im Hafen von Rostock.
Was nach internationaler Kooperation klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als energiepolitischer Umweg mit erheblichen Effizienzverlusten. Der Transport von Ammoniak über Tausende Kilometer, die Kühlung, das Handling und schließlich das energieaufwendige Cracken vor Ort fressen einen Teil jener Nachhaltigkeitsvorteile auf, mit denen das Projekt beworben wird.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











