Mit fiebrigem Alarmismus berichteten zahlreiche Medien in den vergangenen Tagen, dass die zwei Wochen andauernde europäische Hitzewelle ab Ende Juni die Zahl der Hitzetoten verdreifacht habe. Allerdings basiert diese Behauptung auf einer Modellierung. Nun hat die EU-geförderte Plattform Euromomo, die europäische Sterblichkeitsdaten erfasst und vergleicht, die vorläufigen offiziellen Sterbezahlen zusammengefasst und veröffentlicht. Diese zeigen: Die europäischen Länder verzeichneten insgesamt keine Übersterblichkeit.
„Hitzetote durch Klimawandel: Zwei Drittel mehr Tote durch letzte Hitzewelle!“; „Klimawandel sorgt für drei mal so viel Hitzetote in Städten“, „Klimawandel verdreifacht Zahl der Hitzetoten während letzter Hitzewelle“: Schlagzeilen wie diese heizten in den vergangenen Tagen durch zahlreiche Medien wie die Tagesschau, das ZDF, die Süddeutsche und die dpa. Allerdings handelt es sich bei der den Meldungen zugrundeliegenden Studie lediglich um eine Modellierung – also um eine mathematische Prognose-Rechnung des Imperial College in London.
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Am Freitagmorgen hat die Plattform Euromomo vorläufige Zahlen veröffentlicht, die eine Überprüfung der modellierten Prognosen zulassen. Euromomo ist ein europäisches Monitoringsystem, das wöchentliche Sterblichkeitsdaten aus 27 Ländern oder Regionen sammelt, um Übersterblichkeit durch Ereignisse wie Infektionen oder Wetterextreme zu erkennen. Euromomo wird von der EU-Agentur European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und der WHO unterstützt; das Statens Serum Institut in Dänemark betreibt und verwaltet die Plattform.
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