Was wohl als Kompliment gedacht war, ist in Wahrheit eine Beleidigung. Und zwar eine Beleidigung, die ein ganzes Volk trifft. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Ausgang der ungarischen Wahlen so kommentiert: „Es ist ein Sieg für die grundlegenden Freiheiten. Ich möchte dem ungarischen Volk wirklich sagen: Ihr habt es wieder geschafft. So wie 1956, als ihr mutig aufgestanden seid. So wie 1989, als ihr als Erste den Stacheldraht durchschnitten habt.“
Der ungarische Volksaufstand von 1956 wird von Historikern auch als „Ungarische Revolution“ bezeichnet. Und das zu Recht: Es war der Kampf der freiheitsliebenden Ungarn gegen ihre Unterdrücker – die übermächtige Sowjetunion.
Wer wie ich den Ungarnaufstand als Kind im Westen miterlebt hat, hat die Schwarz-Weiß-Bilder im Fernsehen nicht vergessen: Einzelne Jugendliche, die sich sowjetischen Panzern entgegenstellen. Mutige Männer, die mit Steinen gegen Maschinengewehre kämpften. Wie zuvor der Volksaufstand am 17. Juni in der DDR und später der „Prager Frühling“ 1968 in der Tschechoslowakei, wurde die Revolution in Ungarn durch das Eingreifen des sowjetischen Militärs gewaltsam niedergeschlagen.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











