Während in Deutschland bei den Kommunalwahl-Stichwahlen in Bayern die CSU eine herbe Niederlage einstecken musste, wurden auch in Frankreich in zahlreichen Gemeinden Bürgermeisterwahlen durchgeführt. Vor den Stichwahlen am Sonntag gab es große Hoffnung bei der sich im Aufwind befindenden Rechten um Marine Le Pens Rassemblement National – etwa in Paris, wo zwar mit Rachida Dati eine Mitte-rechts-Republikanerin antrat, die jedoch auch die Chance besaß, künftig ins Rathaus einzuziehen. Damit hätte erstmals seit rund 30 Jahren kein Linker mehr Paris regiert.
Doch zumindest diese Wahl wurde für das konservative Lager zur Enttäuschung: Nachdem sich zwei Mitte-rechts-Kandidaten vor der Stichwahl zurückgezogen hatten, um Dati mehr Wahlchancen zu geben, scheiterte sie recht deutlich am Kandidaten der Sozialisten, Emmanuel Grégoire. In Marseille hatte sich Le Pen tatsächlich Chancen für ihre Partei auf das Bürgermeisteramt ausgerechnet – doch während die Mitte-rechts-Republikaner eine Unterstützung des RN-Kandidaten Franck Allisio ablehnten, trat die Linke wie eine vereinigte Front auf – am Wahltag hat der amtierende sozialistische Bürgermeister Benoît Payan schließlich mit rund 53 Prozent der Stimmen gewonnen.
In mehreren Städten lehnten die Republikaner traditionelle Bündnisse für die Stichwahlen mit der RN ab – RN-Parteichef Jordan Bardella verurteilte das am Wahlabend. Auf X schrieb er: „Durch die Ablehnung eines Bündnisses in Nîmes und Marseille tragen die Republikaner die schwere Verantwortung, zwei Großstädte dem Chaos der extremen Linken preiszugeben.“
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