Der Vorsitzende des 3.000 Mitglieder zählenden Historiker-Verbandes Deutschlands (VHD), Lutz Raphael, fordert in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung verpflichtende Geschichtslehrer-Fortbildungen wegen „Fake News“.
Raphael, von 1996 bis 2021 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier, argumentiert so: Angesichts zunehmend mangelnder Geschichtskenntnisse vor allem bei jüngeren Menschen und der Zunahme von Fake News müssten die Fachkräfte, die Geschichte unterrichten, weiterqualifiziert werden.
Warum es keine Weiterbildungspflicht für Lehrer gebe, verstehe er, Lutz Raphael, ansonsten nicht und halte das auch „für fahrlässig“. Eine solche Verpflichtung wie etwa für Ärzte ließe sich auch für Lehrer einführen. Allerdings täuscht sich der Vorsitzende des VHD. Die Verpflichtung zur Fortbildung von Lehrern ist nämlich geregelt, etwa in Bayern im Lehrerbildungsgesetz (Art. 20 Abs. 2 BayLBG). Hier gilt sie als erfüllt, wenn Fortbildung im Zeitumfang von zwölf Fortbildungstagen innerhalb von vier Jahren nachgewiesen ist. Pro Jahr sind das also drei verpflichtende Fortbildungstage.
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