Am Sonntag ist der Day-Ahead-Strompreis in Deutschland zeitweise auf minus 114,53 Euro je Megawattstunde gefallen. Bereits um 11.15 Uhr lag die öffentliche Nettostromerzeugung laut Energy-Charts bei 61.531 Megawatt, die Last bei 40.084 Megawatt. Deutschland erzeugte damit in dieser Viertelstunde rund 21.447 Megawatt mehr Strom, als im Inland gleichzeitig verbraucht wurden. Das bedeutet: Wind- und Solaranlagen lieferten zeitweise deutlich mehr Strom, als in Deutschland benötigt wurde.
Energy-Charts weist für diesen Zeitpunkt einen Höchstwert bei der Deckung des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien von 137,6 Prozent aus. Auf 100 Teile Stromverbrauch kamen damit rechnerisch fast 138 Teile Strom aus erneuerbaren Energien. Für 15.45 Uhr lag der Höchstwert der Prognose bei 139,4 Prozent.
Solche Szenarien entstehen typischerweise, wenn viel Wind und Sonne auf geringe Nachfrage treffen. An Feiertagen ist der Stromverbrauch niedriger, weil Teile der Industrie stillstehen und insgesamt weniger Strom abgenommen wird. Trifft das auf eine hohe Einspeisung, entsteht ein Überangebot. Der Markt reagiert darauf mit sinkenden Preisen bis in den negativen Bereich.Negative Preise bedeuten nicht, dass Haushalte Geld für Strom bekommen. Sie entstehen am Großhandelsmarkt. In diesen Stunden müssen Anbieter im Extremfall zahlen, damit ihnen jemand den Strom abnimmt. Davon profitieren vor allem flexible Abnehmer und Nachbarländer, die Strom zu sehr niedrigen Preisen importieren können. Ein Teil des Überschusses wird deshalb ins Ausland abgegeben.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











