Nach einer schwarzen kleinen Meerjungfrau und einem lateinamerikanischen Schneewittchen wundert man sich bei Hollywood-Neuverfilmungen über nicht mehr viel. Wenn sich dann aber ein absurdes Gerücht, das man am Anfang noch für rechtes „Rage Bait“ gehalten hat, als wahrscheinlich wahr entpuppt – nämlich, dass in der Neuverfilmung von Homers „Odyssee“ Helene von Troja schwarz sein wird –, merkt man, dass man doch noch etwas Verwunderung übrig hatte.
Inzwischen ist das nicht mehr unser erstes Rodeo. Beide Seiten sind auf diese Situation bestens vorbereitet. Die Rolle einer weißen Figur, die ausdrücklich für bestimmte europäische Eigenschaften bekannt war, wird mit einem Schauspieler besetzt, der nicht so aussieht. Meistens sind es weibliche Rollen. Die eine Seite kritisiert das. Die andere Seite bezeichnet die erste als Rassisten.
„That’s Hollywood, baby“, werfen sie einem an den Kopf, und dass es doch nun wirklich lächerlich ist, wie man sich über die Hautfarbe einer fiktiven Person so aufregen kann. Währenddessen hat dieser Trend aber selbst vor Königin Charlotte nicht haltgemacht, die eine echte Person aus (weißem) Fleisch und Blut war. Das Gerücht, dass Charlotte eine „person of color“ war, soll zum Teil in Gemälden begründet sein, auf denen sie afrikanische Züge habe. Auf diesen Gemälden hat sie hervortretende dunkle Augen, volle Lippen und eine kurze, breite Nase – wie charmant, da direkt an Afrikaner zu denken.
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