Das Sommerinterview mit der AfD-Chefin markierte einen vorläufigen Tiefpunkt der politischen Debattenkultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Aus der Abneigung gegen Alice Weidel wurde kein Hehl gemacht.
Wer sich von dem Sommerinterview der ARD auch nur ein Minimum an Fairness erhofft hatte, wurde am Sonntag bitter enttäuscht: Selbst von den lautstarken Störgeräuschen, die von der Tontechnik nicht herausgefiltert wurden, abgesehen, hat sich das öffentlich-rechtliche Bezahlfernsehen einmal mehr bis auf die Knochen blamiert.
Dass man dort mit den Vertretern der größten Oppositionspartei anders umgeht als mit rot-rot-grünen Politikern, ist nichts Neues. Vorausgesetzt, man lädt sie überhaupt ein, was eher selten vorkommt, werden sie mit auffälliger Feindseligkeit behandelt. Was den Hauptstadtjournalisten sonst an kritischer Distanz zum politischen Establishment fehlt, machen sie, wenn sie es mit der AfD zu tun haben, durch besondere Aggressivität wett. Nicht einmal den Anschein von professionellem Bestreben nach Erkenntnisgewinn will man sich im ÖRR geben. Allein, sie überhaupt einmal zum Gespräch zu bitten, soll der Zuschauer wohl als eine Art unverdienten Gnadenakt betrachten.
Tiefpunkt der Polit-Berichterstattung: das Sommerinterview mit Alice Weidel.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











