Die Möglichkeit einer erneuten „Pandemie“ oder auch nur größerer Krankheitsausbrüche, die dann von Regierungen zum Anlass für Maßnahmen genommen werden können, steht seit Coronazeiten im politischen Raum. Sie wurde von Regierungen und Parteien in Deutschland und anderen Ländern bewusst wach gehalten, angeblich um das nächste Mal „besser gerüstet“ zu sein. Aber ebenso gewachsen ist durch die mehrjährige Corona-Leidenszeit – etwa in Sachen Bürgerrechte, Meinungs- oder Bewegungsfreiheit – die Sensibilität für nur vermeintliche Epidemien.
Die WHO hat sich ohnehin auf den Fall neuer Ausbrüche vorbereitet und durch neue Pläne („Pandemievertrag“) vorab mit Vollmachten ausgestattet und Notfallpläne entworfen. Dennoch äußert sich ihr Direktor Tedros derzeit abwartend. Die WHO hat fünf von acht Verdachtsfällen des Hantavirus auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ bestätigt, das am 1. April im argentinischen Ushuaia für eine Atlantik-Tour ablegte. In drei Fällen sind die Patienten verstorben, damit verbleiben zwei gesicherte Fälle.
Ausdrücklich sagte Tedros: „Dies ist nicht der Beginn einer neuen Covid-Pandemie.“ Die Übertragung des Hantavirus des Andes-Stamms von Mensch zu Mensch sei bisher nur durch „längeren Kontakt“ erfolgt. Die WHO bewerte die spezielle Situation rund um die „Hondius“ zwar als „ernst“, das öffentliche Gesundheitsrisiko aber weiterhin als „gering“. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung im EU- und EWR-Raum durch den Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ als sehr gering ein, und dem scheint sich auch das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) anzuschließen.
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