Milliarden Euro deutsches Steuergeld flossen in den letzten zehn Jahren an NGOs, NIUS berichtete mit einer eigenen Doku über den NGO-Komplex. Wie neue Recherchen nun zeigen, ist das NGO-Problem nicht auf Deutschland beschränkt. Auch die EU verteilt deutsche Steuergelder mit vollen Händen in der ganzen Welt.
Die konservative Fraktion „Patriots for Europe“ im EU-Parlament hat bei der Finanzabteilung der EU-Komission nachgefragt und eine Tabelle mit allen geförderten Projekten erhalten. Diese steht öffentlich unter ngotransparency.eu für alle Bürger zur Ansicht bereit. NIUS hat das Dokument mit 37.860 Datenzeilen durchsucht und stellt für jedes Land der Erde einige Projekte vor, welche erheblich von europäischen – also auch deutschen – Steuergeldern profitieren.
Dieser Artikel ist Teil II einer dreiteiligen Serie. Die NGO-Projekte von A wie Afghanistan bis G wie Guyana lesen Sie hier.
Mit reichlich Geld werden vermeintliche Interessen Europas im Ausland umgesetzt, etwa mit Bastelkursen in Eritrea.
Alle EU-Staaten finanzieren die Projekte des unten genannten NGO-Komplexes. Ein beachtlicher Teil der Mittel dafür kommt aus Deutschland. Laut dem Instituts der Wirtschaft Köln ist Deutschland der größte Netto-Zahler innerhalb der EU: 19,7 Milliarden Euro war der Abfluss im Jahr 2022. Im Zeitraum 2014 bis 2020 lag der durchschnittliche Beitrag Deutschlands noch bei durchschnittlich 13,5 Milliarden Euro. Auf Platz zwei der Einzahler folgt Frankreich mit 10 Milliarden Euro. Der größte Netto-Empfänger ist übrigens Polen, welcher etwa 12 Milliarden Euro Mittel aus der EU empfing.
Haiti: 589.938 Euro investiert die EU in das Projekt „Kore Kilti“, das von der NGO „Viva Rio Haiti“ und ihrem Partner „Chantier du Sud“ durchgeführt wird. Das Projekt zielt darauf ab, den Kultursektor in Haiti als Motor wirtschaftlicher und inklusiver Entwicklung zu stärken. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf Frauen und Jugendliche sowie haitianische Künstler und Kunsthandwerker.
Gruppenfoto beim steuergeldfinanzierten Projekt „Kore Kilti“
Honduras: Die schweizerische Stiftung „Hilfswerk der evangelischen Kirchen“ engagiert sich für den Schutz der Menschenrechte und den Dialog im Süden des zentralamerikanischen Landes. Das Projekt fördert die EU mit 700.000 Euro.
Ungarn: 249.878 Euro investiert die EU in ihr Mitgliedsland Ungarn für das Projekt „OpenDoors“. Es soll „inklusive und kompetente Gesundheitsangebote für LGBTI-Menschen bewerben“.
Island: Der Inselstaat ist kein Mitglied der EU, Förderung gibt es trotzdem. Der isländische Fußballverband möchte den Sport für Farbenblinde noch attraktiver machen. Dafür bewilligte die EU 400.000 Euro.
Indien: Während Deutschland von einem Raumfahrtprogramm nur träumt, hat sich Indien als Raumfahrer-Nation bereits etabliert. Das hält die EU nicht davon ab, dennoch Projekte der Atommacht zu unterstützen. So bewilligte die Behörde 2,99 Millionen Euro Förderung für eine „klimaresiliente Zukunft in der EU-Indien-Partnerschaft“
Indonesien: Mit einem großen Festakt wurde im Sommer 2024 der Start von drei EU-Projekten in Indonesien gefeiert. Der EU-Botschafter in Indonesien, Denis Chaibi, freute sich und sagte damals: „Die Beziehungen zwischen Indonesien und der EU basieren auf einem inklusiven Demokratieansatz, bei dem Beiträge aller Teile der Zivilgesellschaft willkommen und geschätzt sind. In diesem Zusammenhang ist die EU stolz darauf, die Arbeit indonesischer zivilgesellschaftlicher Organisationen für nachhaltige Entwicklung und die grüne Transformation zu unterstützen.“
Funktionäre posieren gemeinsam für eine schnellere grüne Transformation Indonesiens.
Die Projektbudgets sind aktuell nicht vollständig bekannt. Alleine das Projekt „Co-Evolve 2“ zur Förderung der grünen Transformation bekam rund 2 Millionen Euro bewilligt.
Iran: Die italienische Organisation „InterSOS“ soll afghanische Flüchtlinge im Iran unterstützen. Dafür investiert die EU 14 Millionen Euro in das Projekt. Laut einem Branchenbericht unterstützt die EU die afghanische Bevölkerung insgesamt mit mehr als 268 Millionen Euro.
Irak: Für die Wiederherstellung einer ganzheitlichen Landwirtschaft in dem krisengeplagten Land investiert die EU mit dem Projekt „ISDEHARAK“ mehr als 9 Millionen Euro. Nach eigener Auskunft investierte die EU in den vergangenen drei Jahren insgesamt 114 Millionen Euro in die Förderung des Iraks.
Irland: Der irische Milchproduzentenverband bekam Förderung durch die EU bewilligt, um nach der Corona-Zeit „normale Bedingungen für Milch und Milchprodukte auf den Märkten“ herzustellen. Auch andere Länder profitierten von dem Projektbudget (1,49 Millionen Euro).
Übrigens: Für nachhaltigen Joghurt (Projektnummer 101138122) investiert die EU rund 3 Millionen Euro. Davon profitieren Belgien (2 Prozent), Dänemark (1 Prozent), Irland (1 Prozent) und vor allem Frankreich (96 Prozent).
Israel: Ist es möglich, das biologische Alter eines Körpers zu verringern? Daran forscht das Weizmann-Institut in der israelischen Stadt Rehovot und erhält dafür eine Förderung in Höhe von 8,7 Millionen Euro.
Italien: 54.000 Euro erhält die lokale NGO „Gaycs LGBT Associazione di Promozione Sociale“. Sie betreuen das „Nazionale Italiana Gay Friendly“ Fußballteam.
Jamaika: Auch in Jamaika hilft die EU, die Rechte von LGBT-Jamaikanern zu schützen und investiert 447.000 Euro in die örtliche „Equality for All Foundation Limited“.
Japan: Japan erhält aus Europa ansprechende Präsentkörbe aus dem Projekt „EU Delicious“. Das Projekt (874709) möchte Halloumi-Käse aus Zypern sowie Früchte und Gemüse aus Rumänien in den USA, Japan und Brasilien bewerben, wie aus einem offiziellen Dokument hervorgeht. Das Projektbudget beträgt 2,6 Millionen Euro.
Jordanien: In Jordanien hat die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR ein Problem. Wie aus einem Bericht hervorgeht, zahlt die Organisation für die Versorgung von Flüchtlingen im örtlichen Gesundheitssystem bis zu drei Mal mehr als üblich. Lösung: Mit dem Projekt „Cash for Health“ erhielten Frauen die Behandlungskosten bar ausgezahlt.
Die EU steuerte mindetens eine Million Euro bei. Auch die deutsche Organisation „Tearfund Deutschland e.V.“ war beteiligt.
Kanada: 920.000 Euro investiert die EU für ein Projekt mit dem Titel „Reduzierung von Plastikmüll in Kanada, Sicherstellung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsschritten“.
Kasachstan: Der eurasische Tourismusverband, dessen Hauptpartner nach eigenen Angaben China und Russland sind, erhält von der EU eine Förderung von 1,6 Millionen Euro bewilligt. Dafür sollen Modelle und Kapazitäten für nachhaltigen Tourismus in Zentralasien erarbeitet werden.
Kenia: Die NGO „Farming Systems Kenia“ erhält von der EU eine Förderung in Höhe von rund 782.000 Euro und will damit die „Kooperation für ganzheitliche Innovation der Agrikultur in der Sub-Sahara“ fördern.
Kiribati: Der deutsche Verein „Local Governments for Sustainability e.V.“ unterstützt die Planungsphase des Baus eines Hafens in Kiribati, einer kleinen Inselrepublik im zentralen Pazifik, bestehend aus 33 Korallenatollen. Dafür gibt es von der EU rund 300.000 Euro Förderung.
Kirgisistan: keine Förderung laut Datensatz
Reformwille - Welche Opfer müssen wir für den Aufschwung bringen? | #unterdenlinden











