Zweieinhalb Wochen läuft die Mission „Kanzler-Ära“ nun schon. Robert Habeck begann sie in der Küche eines ominösen Freundes mit Liebe zum Landhausstil, rief die Menschen dazu auf, ihn auch in ihre Küchen zu lassen. Nach eigener Aussage sind diesem Aufruf bereits „Hunderte“ gefolgt. „Die werden jetzt hier gerade sortiert.“ Ausgewählte las er ausschnittsweise bereits vor – ein paar Schilderungen aus den schlechten Arbeitsbedingungen der Absender, aber das ist alles nebensächlich, denn Antje ist „übrigens Fan“ und findet seine Bewerbung „großartig“.
Während Robert seine potenziellen Wähler allesamt uneingeladen duzt, weil seine PR-Berater ihm wohl gesagt haben, dass das bodenständig und nahbar rüberkommt, bleiben die Briefe alle verlegen beim Sie. Da liegen die Briefe alle ungeknickt, sind aus dem gleichen Papier und augenscheinlich in derselben Schriftart geschrieben. „Hunderte“ E-Mails extra ausdrucken, um sie in einem zweiminütigen Video als Attrappe zu nutzen und davon drei Zitate vorzulesen, ist nämlich keine Papierverschwendung, wenn man es auf gelblichem Öko-Papier druckt.
Die Spannung wurde erfolgreich aufgebaut, nun gab es endlich das erste Küchengespräch. Angeteasert ist das Video als „Gespräch am Küchentisch Isabell“, was mehr danach klingt, als würde es sich bei Isabell um ein neues Esstischmodell von Ikea handeln. Die Schrift auf einem Porträtfoto von Robert, das durch einen Blau-Filter das tiefe Blau seiner Augen schön zur Geltung bringt, während Isabell nur als verschwommener Schatten dargestellt ist. Kurz: Bereits soweit lässt die Kampagne viele Wünsche offen.
Isabell hat mich an ihren Küchentisch eingeladen, um mit mir über die Situation in den Kitas zu sprechen und was ihre Arbeit als Erzieherin für sie ganz persönlich und ihre Familie bedeutet. Einen kleinen Ausschnitt aus unserem Gespräch findet ihr hier: https://t.co/mYIRHHiyyf pic.twitter.com/mZN8POdd5B
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