Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck war am Freitagabend im Interview bei den tagesthemen. Dort hat er unter anderem Stellung zu seiner geplanten Kanzlerkandidatur genommen. Von den derzeit unterirdischen Umfragewerten wolle er sich nicht unterkriegen lassen. Diese würden lediglich die politischen Debatten der letzten drei Jahre widerspiegeln und seien entsprechend „Abfragen unter Bedingungen der Ampel“ gewesen. Nun hätten sich die Vorzeichen jedoch drastisch geändert. Habeck blicke deswegen insgesamt optimistisch in Richtung des Wahltags.
Dennoch sei ihm bewusst, dass die Grünen „von denkbar schlechten Bedingungen aus“ starten würden. Der „Vertrauensverlust“ in der Bevölkerung sei groß und sei auch in seiner Person begründet, wie Habeck zugibt. Der Wirtschaftsminister versteht dies jedoch als „Arbeitsauftrag“. Habeck wolle der Bevölkerung mit seiner Kanzlerkandidatur „ein Angebot unterbreiten“. „Ja, ich bin bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen“, so der Wirtschaftsminister. Was daraus am Ende aber werde, liege nicht in seiner Hand, sondern in den Händen der Wähler. „Es geht nicht darum, was man will, sondern was man anbietet“, so Habeck.
Zudem müsse er noch von der eigenen Partei als Kanzlerkandidat bestätigt werden. Mit Anspielung auf die Union erklärt Habeck, dass es bei den Grünen eben nicht so sei, dass „mächtige Männer in irgendwelchen Zimmern irgendetwas trinken“ und dann beschließen würden, dass „Friedrich“ oder „Markus“ die Partei im Wahlkampf anführen solle. Habeck biete seine Kandidatur an und in geheimer Abstimmung werde man sehen, was daraus wird. Er spüre jedoch eine „große Solidarität, einen großen Aufbruchsgeist“ sowie eine „Entschlossenheit, nach vorne zu gehen“. Zudem sehe er schon jetzt „wachsende Zustimmung“ in der Bevölkerung.
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