Die Forderungen nach einer Aufarbeitung der Grooming-Verbrechen in Großbritannien werden immer lauter – und immer mehr Betroffene erheben ihre Stimme: Nachdem in den vergangenen Wochen erneut Berichte über jahrelangen systematischen sexuellen Missbrauch in Städten wie Oldham, Rotherham oder Rochdale an die Öffentlichkeit sickerten – und durch Tweets von Elon Musk befeuert wurden –, zeigen sich in Großbritannien Betroffene mit der bisherigen Aufarbeitung unzufrieden – und wünschen sich eine „national inquiry“, eine nationale Aufarbeitung.
Besonders im Fokus: die Stadt Oldham, unweit von Manchester im Nordwesten Englands. Samantha Walker, eine der Grooming-Opfer, die ihre Anonymität aufgegeben hat, sagt gegenüber NIUS: „Es braucht eine nationale Untersuchung auf Bundesebene, die vor Ort in Oldham geführt wird.“ Nur so könnten Prozesse, etwa in Polizeidienststellen, Jugendheimen oder der Justiz, unabhängig aufgeklärt werden, was Opfer rehabilitieren könnte. Kleiner angelegte lokale Untersuchungen bergen hingegen die Gefahr der Vertuschung. Oldham gilt neben Rochdale und Rotherham als eine der Städte, in der es zu den meisten sexuellen Missbrauchsfälle kam, zumeist an minderjährigen Mädchen. Die meisten Täter: pakistanische und bengalische Banden, die beim Missbrauch arbeitsteilig vorgingen.
Die Stadt Rochdale unweit von Manchester: eines der Epizentren des Groomin-Skandals.
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