US-Präsident Donald Trump hat Grönland auf die Tagesordnung der Weltpolitik gesetzt. Während die Spekulationen über die Zukunft der zu Dänemark gehörenden größten Insel der Welt ins Kraut schießen, sind die Einheimischen derzeit mehr oder weniger zufrieden mit ihrer Autonomie.
Grönland ist nicht Europa, schon gar nicht EU-Territorium. Grönland, die größte Insel der Welt, die von gerade mal 57.000 Menschen bevölkert wird, gehört zwar formal zum Königreich Dänemark, von dem es im 18. Jahrhundert kolonisiert wurde, erhielt aber schon 1979 die Selbstverwaltung und damit die Kontrolle über seine inneren Angelegenheiten. 1985 trat Grönland offiziell aus der Europäischen Gemeinschaft aus. Im Jahr 2009 erkannte Dänemark offiziell das uneingeschränkte Recht Grönlands auf Unabhängigkeit an. Sollten sich die Grönländer eines Tages entscheiden, die Unabhängigkeit auszurufen, sind die Dänen bereit, dies zu akzeptieren.
Mit Dänemark läuft beileibe nicht alles glatt. Immer wieder gibt es Ärger – mal, weil die Dänen Grönlands Bemühungen blockieren, die Flughäfen in Nuuk, Ilulissat und Qaqortoq zu erweitern und damit den Tourismus und das Wirtschaftswachstum blockieren. Mal, weil man wegen der Förderung von Uran und Seltenen Erden aneinandergerät. Erst im August dieses Jahres entschuldigte sich die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen dafür, dass ihr Land in den 1960er- und 1970er-Jahren mindestens 4.500 grönländischen Frauen ohne ihre Zustimmung Spiralen zur Verhütung einsetzen ließ – Zwangsverhütung zum Bremsen des Bevölkerungswachstums. Der Beitrag Kopenhagens zum Schutz der auch strategisch wichtigen Eis-Insel ist überschaubar, nur 100 bis 150 Soldaten stehen zur Verteidigung zur Verfügung.
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen in Grönlands Hauptstadt Nuuk.
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