Der innenpolitische Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag, Michael Lühmann, hat mit Äußerungen gegen den Welt-Herausgeber Ulf Poschardt viel Kritik auf sich gezogen. Lühmann, der auch „Sprecher für Antifaschismus“ der niedersächsischen Grünen ist, brüstete sich mit offenbar systematischer Archivierung von missliebigen Posts des ehemaligen Chefredakteurs.
„Klar kann Poschardt seine ganzen Tweets löschen, aber wir haben das bei seinem Account so gemacht wie bei vielen rechts radikalisierten Accounts. Um die Reichweite nicht zu erhöhen, Screenshots gefertigt“, schrieb der Landtagsabgeordnete. Zuvor hatte der Welt-Herausgeber Ulf Poschardt sämtliche Beiträge auf seinem X-Account kommentarlos entfernt. Poschardt könne sich bei „Bedarf oder Gedächtnislücken einfach gern melden“, so Lühmann weiter.
Offenbar fühlen sich nun auch Abgeordnete berufen, eine Art politkommissarischen Archivar zu spielen – der Ton von Lühmanns Post gegen Poschardt ist für einen Regierungspolitiker bemerkenswert, erinnert gar an Methoden von „Feindmarkierung“, wie sie Extremisten linker und rechter Art gerne betreiben.
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