Es war ein ungeschriebenes Gesetz in der Finanzmarktwelt: Wenn es draußen kracht, sollte man Gold kaufen. Nichts ist sicherer als dieses Edelmetall. So ist es seit Jahrtausenden, so war es bis vor ein paar Wochen – aber so ist es plötzlich nicht mehr.
In den vergangenen Wochen ist das gelbe Metall auf Basis des US-Dollars gegenüber dem Allzeit-Verlaufshoch um gut 20 Prozent gefallen, auf einen Unzenpreis von 4.436 US-Dollar. Ein großer Teil des Verlusts ist dabei seit den Angriffen der USA und Israels auf den Terrorstaat Iran Ende Februar zu verzeichnen.
Aber es gibt noch einen anderen, einen geheimnisvollen Grund, warum der Goldpreis innerhalb kurzer Zeit abgestürzt ist. Darüber berichtet der Finanzdienstleister Bloomberg. Dabei geht es – vereinfacht gesagt – um Spekulationen mit der Ware Gold. Im Mittelpunkt steht die türkische Zentralbank. Sie hat innerhalb von nur zwei Wochen rund 60 Tonnen Gold im Wert von mehr als acht Milliarden Dollar abgestoßen (also verscherbelt), wie aus den aktuellen Daten des Instituts hervorgeht. In der zweiten Märzwoche allein sanken die Reserven um 50 Tonnen in der Türkei – der stärkste Wochenrückgang seit sieben Jahren. Es gab eine regelrechte Goldschwemme, die die Preise nach unten drückte.
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