Alltagsszenen dieser Tage: Ein 62-jähriger Mann geht mit seiner Frau spazieren. Ein ganz normaler Sonntag in Rom. Bis er zur Zielscheibe wird. Weil er eine Kippa trägt. Weil er als Jude erkennbar ist. Was folgt, ist keine zufällige Eskalation. Tritte, Schläge, Beleidigungen. Ein verletztes Auge, Krankenhaus, Anzeige. Hemmungslose Gewalt. Das ist längst kein Einzelfall mehr.
Fast zur gleichen Zeit in Mailand: zehn gegen zwei. Zwei junge jüdische Touristen, ebenfalls mit der Kippa. Umringt, beschimpft, geschlagen. Eine gebrochene Nase. Die Täter fliehen – beschrieben als Nordafrikaner, Maghrebiner. Zufall? Wohl kaum. Daran glaubt man in Italien längst nicht mehr. Die Berichte ähneln sich zu sehr bis ins Detail:
Und immer wieder dieselbe Frage: Warum passiert das immer öfter?
In Italien wurden 2025 fast tausend judenfeindliche Vorfälle registriert. Mehr als ein Drittel davon physische Angriffe. Tendenz steigend. Seit dem 7. Oktober 2023 – dem Massaker der Hamas – hat sich das Klima spürbar verändert. Was früher eher ein Randphänomen war, tritt heute offener, aggressiver, selbstbewusster auf. Antisemitismus ist nicht neu. Aber die Hemmungen sind gefallen. Und immer mehr wird klar: Es ist Hass gegen Juden und Israel.
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