Es sieht aus wie der Beginn einer Männerfreundschaft: Der Auftritt der Kanzlerkandidaten Friedrich Merz, Olaf Scholz und Robert Habeck in einem gemeinsamen Video soll ein Aufruf sein zu „Anstand und Respekt“ im Wahlkampf. Stattdessen ist es ein erschütterndes Dokument von Macht und Anmaßung. Drei Kerle biegen sich die Demokratie zurecht.
Habeck, Merz und Scholz werben für „Anstand und Respekt“.
Die Botschaft des von den linken Fernsehunterhaltern Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf organisierten und verbreiteten Videos lautet letztlich: Wir, die freundlichen Herren von CDU, SPD und Grünen, machen unter uns aus, wer Deutschland regieren darf. Die Wähler dürfen die Reihenfolge des Zieleinlaufs festlegen, aber auf kein Rennen hoffen außerhalb des festgelegten Korridors.
Weder Kanzlerkandidatin Alice Weidel noch der liberale Spitzenkandidat Christian Lindner, bis vor kurzem Bundesfinanzminister, durften dabei sein, als die pathetischen Drei ihr Bekenntnis auf tiefschwarzer Bühne ablegten. AfD und FDP, heißt das, müssen draußen bleiben. Sie stören bei der ebenso laut wie hohl beschworenen Gemeinsamkeit der sogenannten demokratischen Parteien.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











