Frauen gebären, nähren und erziehen die Kinder, Männer versorgen die Frauen. Diese Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau gilt heute wahlweise als „traditionell“, „altmodisch“, „rückschrittlich“ oder gar „frauenfeindlich“.
Allerdings spiegeln sich darin einige biologische und soziologische Wahrheiten wider, die sich nicht leugnen lassen. Zum Beispiel jene, dass es Menschen guttut, die Last der Existenzsicherung sinnvoll zu teilen, da es den Einzelnen zumeist überfordert, sie allein tragen zu müssen. Dazu dient gewöhnlich die Einheit der Familie, in deren Rahmen die zu bewältigenden Aufgaben vergeben werden.
Wie dies konkret aussieht, ergibt sich dann gemeinhin aus einer weiteren Banalität, nämlich der, dass nur Frauen Kinder gebären und stillen können, und dass die Mutter als erste Bezugsperson vor allem in den ersten Lebensmonaten von einzigartiger Bedeutung für das Kind und seine gesunde körperliche, geistige, emotionale und psychische Entwicklung ist.
Eine Abwesenheit der Frau in dieser Phase ist allerdings nicht nur aus Sicht des Kindes suboptimal. Man sollte meinen, dass man auch einer Frau gönnen darf, neben der intensiven Versorgung der Kinder nicht auch noch arbeiten gehen zu müssen.
Doch eine derartige Entlastung empfindet die Frau von heute als Herbwürdigung: Würdig, gleich und berechtigt ist nur, wer Geld verdient. Einfach nur „sein“, und dann auch noch „Hausfrau und Mutter“? Das geht gar nicht.
Also werden die Tatsachen wegmodernisiert, und zwar unter Preisgabe des Wohlbefindens aller: Erwachsenen wird abverlangt, zu 100 Prozent dem Staat zur Verfügung zu stehen, um durch Erwerbsarbeit das Steueraufkommen zu sichern, während das Familienleben nebenbei und nebenher gestaltet werden soll. Das bedeutet vor allem für Frauen eine Doppelbelastung, da sich die auf sie ausgerichteten Bedürfnisse der Kinder nur schlecht auslagern lassen.
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