Wer seinen Müll trennt, tut der Umwelt etwas Gutes. Das dachten Millionen Deutsche, die Verpackungen aus Kunststoff in die gelben Tonnen warfen. Wie die Berliner Zeitung berichtet, ist das System Gelbe Tonne aber bankrott. Und die als Erfolg verkaufte Quote schrumpft in sich zusammen, wenn man die recycelten Mengen nicht theoretisch berechnet, sondern tatsächlich nachverfolgt.
In Deutschland werden laut Verband der Chemischen Industrie (VCI) über elf Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr verbraucht. Als Abfall statistisch erfasst werden davon nur rund sechs Millionen Tonnen, die Haushalte, Gewerbe und Industrie wegwerfen. Davon sind etwa 2,8 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen, schätzt die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM).
Allerdings werden aus den von umweltbewussten Bürgern gesammelten Verpackungen am Ende nur wieder 550.000 Tonnen recycelte Kunststoff-Behälter. Die GVM erklärt das damit, dass etwa ein Viertel der Menge im Produktionsprozess verloren geht. Die tatsächliche Recyclingquote liegt also nur bei etwa 50 Prozent. Doch selbst diese Recyclingquote ist in Wahrheit noch viel, viel niedriger. Denn was nach dem Plastik-Recycling anschließend mit dem Plastikgranulat passiert, weiß derzeit niemand genau. Seit einigen Jahren stecken die Plastik-Recycler in einer schweren Krise und gehen reihenweise insolvent.
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