Vom Habeck‑Regen in die Merz‑Traufe: Warum auch das neue Heizungsgesetz Bürger teuer zu stehen kommen wird

vor 4 Monaten

Vom Habeck‑Regen in die Merz‑Traufe: Warum auch das neue Heizungsgesetz Bürger teuer zu stehen kommen wird
Bildquelle: NiUS

Kaum ein Projekt hat das Vertrauen der Bürger so beschädigt wie die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) der Ampelregierung: wochenlange Verwirrung, ständig neue Entwürfe, ein sichtlich überfordertes Wirtschaftsministerium, das eine grüne Agenda durchdrücken wollte – und am Ende blieb ein Gesetz, das Bürokratie maximierte und ökonomische Vernunft minimierte.

Nun versucht die neue Bundesregierung einen Neustart. Professioneller, geordneter, mit einem am 24. Februar dieses Jahres vorgestellten Eckpunktepapier als Grundlage für das kommende Gesetzgebungsverfahren. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wird es für die Bürger endlich kalkulierbar – oder sogar noch teurer?

Die Analyse der Eckpunkte lässt wenig Hoffnung zu.

Die Ampelregierung wollte den Heizungstausch an eine starre 65-Prozent-Erneuerbarenpflicht koppeln, für Bestandsgebäude allerdings erst nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung. Für viele Hausbesitzer lief das praktisch auf drei Optionen hinaus: Wärmepumpen, die in älteren Gebäuden oft nur nach teurer Sanierung funktionieren. Fernwärme, die schon heute vielerorts sehr hohe Preise verlangt und sich durch steigende Anforderungen an erneuerbare Erzeugung weiter verteuern dürfte. Und Holz- bzw. Pelletheizungen, deren ökologische Bilanz und Feinstaubwerte seit Jahren in der Kritik stehen.

Die neue Regierung verabschiedet sich nun offiziell von der 65-Prozent-Regel und erlaubt mit ihrem Gebäude-Modernisierungsgesetz (GMG) Öl- und Gasheizungen wieder – allerdings mit einer neuen Regel: Ab dem 1. Januar 2029 greift für jede neu eingebaute Heizung die sogenannte „Biotreppe“: ein steigender Pflichtanteil klimaneutraler Brennstoffe, der bei 10 Prozent beginnt und in den 2030er-Jahren schrittweise erhöht werden soll. Bereits 2028 startet eine zusätzliche Systemquote von 1 Prozent für alle Haushalte.

Eine Wärmepumpe an einer Hausfassade in Hamburg.

Parallel verschärft die EU die Vorgaben: Mit der neuen Gebäuderichtlinie (EPBD) müssen ab 2030 alle Neubauten Nullemissionshäuser sein. Für Öl- und Gasheizungen bleibt damit im Neubau de facto kein Raum mehr.Der Schatten des ETS 2: Europas unsichtbarer Preistreiber

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