Gaza – die teuflische Macht der Bilder

vor 11 Monaten

Gaza – die teuflische Macht der Bilder
Bildquelle: Tichys Einblick

Es sind die Bilder, die Menschen bewegen. Sie gehen ins Herz und schalten das Gehirn weitgehend aus. Genau das ist die teuflische Absicht der Terroristen der Hamas und des Islamic Jihad in Gaza. Daraus entwickelt sich seit Monaten eine wachsende Abneigung gegen Israel: latente Antisemiten, Juden-Hasser und Israel-Feinde stehen auf den Barrikaden, behaupten, sie stünden auf der Seite der Guten. Die jüngsten Bilder der beiden Geiseln auf dem Sterbebett, Evyatar David und Rom Braslavski, verursachen gerade einen verhaltenen Stimmungswechsel – nicht nur in der CDU.

War der 7. Oktober 2023 eine Barbarei von zigtausenden in Gaza – Täter, Plünderer und jene, die die Tunnels geschaufelt und Raketen bedient haben –, so kommt jetzt noch eine abstoßende Niedertracht hinzu. Videos und Bilder der ausgehungerten Geiseln werden im Umfeld eines ganz bestimmten Datums absichtsvoll veröffentlicht: Tisha beAv ist der neunte Tag im jüdischen Kalender-Monat Av (in diesem Jahr der 3. August), an dem Israel um seinen ersten und zweiten Tempel trauert. Im Jahr 586 v.d.Z. zerstörte Nebukadnezar Jerusalem, mordete und verschleppte vermutlich 800.000 Juden. Im Jahr 70 fiel Rom über das geographische und geistige Zentrum der Juden her. Eine Million überlebten das Massaker nicht oder wurden als Sklaven entführt. Im „Jüdischen Krieg“ von Flavius Josephus wird all dies detailliert beschrieben. In Rom ist ein Denkmal aus jenen Tagen zu besichtigen.

Hamas und ihre Komplizen würden sich gerne bei Babylons König und bei Kaiser Titus einreihen. Sie haben sich verschätzt – gründlich. 2000 Jahre sind vergangen, Israel ist heute die stärkste Wirtschafts- und Militärmacht im Nahen Osten, eine Demokratie, ein Rechts- und Sozialstaat. Israeli wissen sich zu wehren. Sie lassen geschätzt 3000 Pager per Funk in den Hosentaschen ihrer Feinde im Libanon explodieren, sie schießen große Teile der iranischen Generalität in Teheran buchstäblich aus den Betten und wehren tausende von Raketen in der Luft ab, bevor sie israelischen Luftraum erreichen. Ganz nebenbei befreien sie die Welt von einer blutrünstigen Diktatur in Syrien. Aber all das bleibt im Schatten, tritt in den Hintergrund. Es gilt die vordergründige, fürchterliche Macht der Bilder.

Medien spülen sie seit Monaten allabendlich in die Wohnzimmer, die Bilder hungernder, muslimischer Kinder, auf die auch noch geschossen wird. Der Schuldige ist schnell gefunden: Israel. Es wird nicht recherchiert, woher die Bilder stammen. Man flüchtet sich in die Formel: „Wir können die Echtheit nicht überprüfen“. Gesendet werden sie trotzdem, wiederholt und mannigfach. Der Vorwurf eines Verstoßes gegen Menschen- und Völkerrecht steht felsenfest im Raum, selbst Völkermord geht locker über die Lippen. Der Täter ist längst ausgemacht: die Israelische Verteidigungsarmee (IDF).

Wenn der Wutschaum aus dem Mund rinnt, setzt das Denken aus, treten die Fakten der Geschichte in den Hintergrund oder werden gänzlich vergessen. Obwohl: wer hier angreift und wer sich verteidigen muss, ist in fast allen Bibliotheken in fast allen gängigen Sprachen nachzulesen. Was ist eine „verhältnismäßige Reaktion“ angesichts eines noch atmenden Skeletts, das sein eigenes Grab schaufeln muss?

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel