Grabesstille und Gesichter wie auf einer Beerdigung prägen das Willy-Brandt-Haus und der Grünen Bundesgeschäftsstelle: Um 18:00 Uhr herrscht betroffenes Schweigen bei SPD und Grünen. Es ist eine herbe Niederlage für den Bundeskanzler und für seinen Vize – Scholz und Habeck, SPD und Grüne wurden brutal abgestraft. Während das rot-grüne Vorfeld ritualisiert gegen Rechts demonstriert, wählt das Land gegen Links – und die Gesichter der Ampel-Koalition bekommen die Quittung für ihre desaströse Regierungszeit. Olaf Scholz, der sich wider Erwarten 2021 zum Kanzler krönen konnte, wird von der Realität eingeholt – 16,5 Prozent sind das erwartbar und verdient schlechte Ergebnis für die Sozialdemokraten. Und auch die Grünen unter Robert Habeck schneiden schlecht ab, die Hybris ihrer Kanzlerkandidatur wird durch den vierten Platz lächerlich gemacht. Habeck unterbietet mit 12 Prozent sogar noch Baerbocks Ergebnis von 2021 – die glücklose Kanzlerkandidatin holte immerhin noch 14,7 Prozent.
Die Linke legte einen beachtenswerten Sprint auf den letzten Metern hin und schafft XXX Prozent. Für das linke Lager insgesamt aber kein Gewinn – wahrscheinlich ist, dass sie vor allem von frustrierten Wählern der Grünen, die ihre Partei gerne noch weiter links gesehen hätten, profitiert hat. Die linken Parteien insgesamt – Rot-Rot-Grün ohne das BSW – kommen zusammen nur auf rund 37 Prozent. Die zentrale Botschaft des Abends lautet: Diejenigen, die gerne „wir sind mehr“ rufen, sind sehr wenig geworden.
Friedrich Merz – der kurz vor Schluss im Wahlkampf nochmal unverhofftes Feuer entfacht hat – rief zum Abschluss in München: Links ist vorbei! Wie vorbei Links tatsächlich ist, sieht man am heutigen Wahlabend. 53,5 Prozent der Menschen haben bürgerlich oder rechts gewählt – Union, AfD und FDP. Und das bei einer deutlich gestiegenen Wahlbeteiligung. Die lauten Demos gegen Rechts sollten Mobilisierung und den Aufmarsch einer Mehrheit vortäuschen – die Demo gegen Links fand leise und gesittet im Wahllokal statt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











