Helmut Kohl (+2017), der Kanzler der Einheit, entdeckte den „Mantel der Geschichte“ gegen Ende seiner Kanzlerschaft, Friedrich Merz streift ihn sich gleich von Beginn an über. Eine knappe Stunde sprach Merz am Samstag auf dem CSU-Parteitag in München, und es war spürbar, dass er eigentlich sein Image des „Außenkanzlers“ zu korrigieren suchte.
Doch die auf seltsame Weise intensivsten Teile seiner Rede ordneten ihn und seine Regierungszeit wiederum in einen historischen Bogen ein, den man vielleicht „erst im Abstand von vielen Jahren“ in seiner ganzen Dimension verstehen werde, so Merz. Eine Sentenz, die er nicht zum ersten Mal bemüht.
Man müsse jetzt auch mal über die guten Ideen reden, forderte Merz – nicht nur über die Probleme
Die zentralen Begriffe seiner Kanzlerschaft seien „die Ertüchtigung der Volkswirtschaft und die Wiederherstellung der Verteidigungsbereitschaft“ sagte Merz, wobei er das pflichtgemäße Lob für die von ihm geführte Regierung deutlich weniger ambitioniert vortrug. Die internationale Politik der innenpolitischen Agenda nachzuordnen konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Merz sich in historische Stürme gestellt sieht, in denen sich gewissermaßen täglich das Geschichtsbuch fortschreibt.
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