Marcel Fratzscher hatte vor einer Woche ein verpflichtendes soziales Jahr für alle Rentner gefordert. „Die ältere Generation muss sich stärker einbringen, beispielsweise im Sozialbereich, aber auch bei der Verteidigung“, hatte er im Interview mit dem Spiegel gesagt. Für diesen Vorschlag habe er viel Kritik von älteren Menschen bekommen, wie er am Freitagabend bei einer Veranstaltung in Berlin erzählte. Er habe innerhalb von zwei Tagen 2.000 E-Mails bekommen, sagte er laut Welt.
Nur etwa zehn Prozent hätten seinen Vorschlag begrüßt. „Die meisten sagen, ich habe mein Leben lang hart gearbeitet, jetzt soll ich noch mehr tun?“ Er könne den Reflex nachvollziehen, wenn es eine Welt ohne Kriege, Klimakrise oder soziale Krisen gäbe. „So aber überrascht mich die komplette Realitätsverweigerung immer wieder.“ Er sagte, dass es ihm ernst mit dem Vorschlag sei. Zwar seien viele Rentner schon ehrenamtlich tätig, doch brauche es noch mehr. Das soziale Pflichtjahr könnte auch in Teilzeit möglich sein.
Solidarität sei keine Einbahnstraße. Es brauche auch die Bereitschaft der Babyboomer. Auf die Frage der Moderatorin, ob er nicht die Generationen gegeneinander ausspiele, antwortete der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: „Überhaupt nicht“. Zahlreiche Rentner würden sich eine Rolle in der Gesellschaft wünschen.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











