„Flexible Geschlechterrollen bei wirbellosen Tieren“: Streit um Ausstellung „queerer Naturfotos“ in Südtirol

vor 4 Monaten

„Flexible Geschlechterrollen bei wirbellosen Tieren“: Streit um Ausstellung „queerer Naturfotos“ in Südtirol
Bildquelle: Apollo News

In Südtirol kommt es wegen einer Ausstellung mit „queeren Naturfotos“ zum Streit in der Lokalpolitik. Im dortigen Naturmuseum werden ab Mittwoch unter dem Titel „Queer Nature“ zehn Fotos ausgestellt, die laut dem Museum „vielfältig Verhaltensweisen, Fortpflanzungsstrategien und soziale Beziehungen im Tierreich“ zeigen sollen. David Gruber, der Direktor, sagt: „Was wir als ,natürlich‘ betrachten, ist oft vielfältiger, als wir denken.“

Die zehn Bilder, die bereits Preise erhielten, sollen „langfristige Partnerschaften unter Delfinen“ zeigen sowie „gleichgeschlechtliche Interaktionen bei Säugetieren“ und „flexible Geschlechterrollen bei wirbellosen Tieren“. Wirbellose Tiere sind zum Beispiel Insekten, Würmer, Spinnen oder Quallen. Zwar stimmt es, dass Regenwürmer sowohl über männliche, als auch über weibliche Geschlechtsorgane verfügen, allerdings haben sie deswegen nicht im sozialen Sinn unterschiedliche Rollen. Die Ausstellung wolle sich auch gesellschaftlichen Fragen widmen: „Wie entstehen Normen? Was gilt als ,natürlich‘? Und wie gehen wir mit Vielfalt um?“

Der Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo warnt laut der italienischen Tageszeitung Alto Adige vor einer „woken Ideologie“, die die Wissenschaft missbrauche. Stätten des Wissens würden zu „Mitteln kultureller Propaganda“. Die Ausstellung sei nicht nur eine Erforschung der Natur, sondern „ein weiterer Versuch, die natürliche Realität durch eine ideologische Linse zu interpretieren, sodass die Wissenschaft einem bestimmten politischen Narrativ gebeugt wird“. Galateo gehört der Partei Fratelli d’Italia an und ist für Bildung und Kultur zuständig. Museums-Landesrat Philipp Achammer von der Südtiroler Volkspartei widerspricht. „Die Wissenschaft ist frei und bleibt frei“, sagt er.

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