Wenn sich CSU-Chef Markus Söder mit vermeintlichen Spontan-Videos zu Wort meldet, lohnt es sich, hinzuhören. Meist ist irgendwas im Busch. Mal greift er Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) frontal an, setzt sich mehr oder weniger deutlich von Ex-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) ab oder setzt neue politische Schwerpunkte, die in Berlin, im Kanzleramt oder in der CDU aus seiner Sicht unterbelichtet sind.
Zum Beispiel die Wirtschafts- und Klimapolitik. „Unser Land braucht endlich einen Ruck, einen Ruck, der für die Wirtschaft gilt. Wir müssen wieder stärker werden“, betont er zu Beginn seines neuen 85 Sekunden langen Clips. Er kritisiert die hohe Energiepreisentwicklung und plädiert für Steuersenkungen in allen Bereichen. Besonders scharf wird er bei zusätzlichen Belastungen: „Das gilt für überzogene CO2-Abgaben, die dem Klimaschutz in der Welt wenig helfen, aber unserer Wirtschaft fundamental schaden.“
CSU-Chef Markus Söder findet klare Worte zur wirtschaftsfeindlichen Klimapolitik im Land.
Typisch Söder! Er spricht scheinbar nur für sich, doch wenn Söder spricht, markiert seine Ansage eine Lücke, die jemand anderes hinterlässt. Jemand in Berlin. Jemand im Konrad-Adenauer-Haus. Jemand im Kanzleramt. Während die CDU noch mit den SPD-Attacken in der „Stadtbild“-Affäre ringt, zeichnet sich im inneren Kreis der CDU-Führung längst die wirklich harte Frontlinie ab, an der sich die Zukunft Deutschlands entscheiden dürfte: Hat die Union die Kraft, die Klima-Ideologie, an deren Verankerung sie in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten selbst beteiligt war, zu brechen?
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