Der deutsche Satiriker Sebastian Hotz muss sich erneut vor Gericht verantworten. Nachdem er vor dem Amtsgericht Berlin im Juli 2025 zunächst freigesprochen worden war, hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Das Kammergericht verhandelt nun am Freitag über den Fall.
Hotz hatte nach dem Attentat auf Donald Trump im Sommer 2024 öffentlich gepostet, er fände es „absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben“. Der Schütze habe Donald Trump, wie den letzten Bus, „leider knapp verpasst“. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine Billigung von Straftaten und eine Störung des öffentlichen Friedens.
Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung drückte Hotz nun sein Unverständnis über den Prozess aus. „Ich habe natürlich größten Respekt vor dem deutschen Rechtsstaat, aber es kommt mir absurd vor, dass ausgerechnet dieser Tweet eine derartige Gefahr für den öffentlichen Frieden sein soll. Und jetzt zum zweiten und bald vielleicht zum dritten Mal vor Gericht verhandelt wird“, beklagt der Satiriker, der unter anderem für Jan Böhmermann arbeitet. „Sicher könnte man auch andere Menschen juristisch verfolgen. Man hat sich dazu entschieden, mich zu verfolgen. Ich kann über die Motive und Notwendigkeit nur spekulieren.“Gleichzeitig legt er nach – und haut in dieselbe Kerbe, die ihn auch vor Gericht gebracht hat. Vor dem Richter wolle er sagen: „Dass Faschisten gestorben sind, ist der Grund, wieso wir in Berlin heute frei verhandeln können, was man sagen darf und was nicht. Tote Faschisten muss man in Deutschland bejubeln dürfen.“„Es ist alltäglich und gesellschaftlich richtig, manche Tode zu bejubeln“, erklärt Hotz im Interview. „Ob es jetzt Hamas-Führer sind, das geistige Oberhaupt von Iran oder ein demokratisch gewählter Präsident. Am Ende geht es im Prozess gegen mich darum, dass man Straftaten nicht öffentlich gutheißen darf, um den öffentlichen Frieden zu bedrohen. Und da wird politisch mit zweierlei Maß gemessen.“ Als er nach dem Tod des Obersten Führers des Irans, Ali Chamenei, wieder gepostet habe: „Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben“ – da habe ihn niemand angezeigt, moniert Hotz.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











