Der Brief kommt harmlos daher. Ein freier Mitarbeiter, „der sich immer wieder Dissertationen anschaut“ habe in der Dissertation von Saskia Ludwig „Bauernopfer“ entdeckt, also Übernahmen nicht ausreichend belegter Textstellen. Saskia Ludwig möge doch Stellung zu einer Liste nehmen – die FAZ gebe ihr die Möglichkeit dazu, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gehe; und scheinheilig heißt die Schlussformel der FAZ: „Sie können sicher sein, dass wir hier auf eine faire Berichterstattung achten.“
Der Einschub ist wichtig, dass „hier“ eine faire Berichterstattung erfolge; denn längst ist die FAZ wohl auch nach Eigenbild eher auf die Gegenfahrbahn abgebogen.
Saskia Ludwig ist die Abgeordnete der CDU aus Brandenburg, die bereits am 1. Juli die SPD-Richterkandidatin Frauke Brosius-Gersdorf als für sich und ihr Gewissen „nicht wählbar“ bezeichnet hat. Ludwig bezog sich auf die Position von Brosius-Gersdorf, die eine Impfflicht aus dem Grundgesetz herleitete und Zwangsmaßnahmen gegen Nicht-Geimpfte forderte zu einem Zeitpunkt, an dem längst die eingeschränkte Wirkungsweise sowie mögliche Nebenwirkungen öffentlich breit diskutiert wurden.
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