Deutsche Familienunternehmen galten aufgrund ihrer Umsatzstärke lange Zeit als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft schlechthin. Besonders in ländlichen Regionen, in denen die Dichte an Familienunternehmen traditionell hoch ist, war Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit kaum ein Thema. Auch Kaufkraft und Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf lagen dort häufig über dem bundesweiten Durchschnitt.
Die Kombination aus zahlreichen kleinen und mittelständischen Betrieben auf der einen Seite sowie großen Familienunternehmen wie Volkswagen (Familien Porsche/Piëch), BMW (Familien Quandt/Klatten) und der Schwarz-Gruppe (Familie Schwarz) auf der anderen bildete ein starkes Fundament der deutschen Wirtschaft. Insgesamt erwirtschaften die 100 größten Familienunternehmen sowie von familiennahen Stiftungen kontrollierte Firmen in Deutschland einen Umsatz von rund 1,6 Billionen Euro.Dieses Fundament beginnt jedoch zunehmend zu bröckeln. Die wirtschaftliche Krise in der Bundesrepublik setzt den Unternehmen immer stärker zu. Umsatz- und Gewinneinbußen zeichnen sich ab, und vor allem der Umfang der Stellenstreichungen nimmt spürbar zu.
Eine Umfrage der Verbände Die Familienunternehmer und Die Jungen Unternehmer, auf die sich die Nachrichtenagentur dpa beruft, verdeutlicht, wie ernst die Lage inzwischen ist. Rund ein Viertel – konkret 23 Prozent – der befragten Unternehmen plant demnach, im vierten Quartal dieses Jahres Arbeitsplätze abzubauen. „Der voranschreitende Arbeitsplatzabbau auch bei den Familienunternehmen sollte uns alle aufhorchen lassen“, erklärte Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer. Sie verwies darauf, dass diese Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein wichtiger Stabilitätsanker seien. Neueinstellungen, bzw. der anderweitige Ausbau von Kapazitäten sind hingegen kaum gefragt: Nur rund ein Fünftel der befragten Unternehmer beabsichtigt, im vierten Quartal seinen Betrieb zu erweitern. Dagegen gaben 46 Prozent an, derzeit keine Investitionentätigen zu wollen.
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