Die Geduld der Familienunternehmer mit der schwarz-roten Bundesregierung ist offenbar erschöpft. In ungewöhnlich scharfer Form fordert der Wirtschaftsverband Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf, gegenüber der SPD endlich Führungsstärke zu zeigen – und notfalls sogar die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen, um den blockierenden Koalitionspartner zu Reformen zu zwingen.
Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann erklärte gegenüber der „Rheinischen Post“: „Merz hat noch das Potenzial zur Führung, muss sich dafür gegenüber der SPD aber endlich behaupten.“ Sollte die SPD jedoch weiterhin tiefgreifende Reformen verhindern, müsse der Kanzler „notfalls bereit sein, alles in den Ring zu werfen und die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen“.
Die Kritik des Verbands richtet sich dabei nicht nur gegen die SPD, sondern ausdrücklich auch gegen den Kanzler selbst. Zwar erschwerten geopolitische Krisen die wirtschaftliche Lage, doch andere Industrieländer Europas wüchsen ebenfalls unter schwierigen Bedingungen. Deshalb seien „die meisten Probleme hausgemacht“. Die Lösung liege aus Sicht der Unternehmer seit Langem auf dem Tisch: niedrigere Steuern, sinkende Energiekosten, sanierte Sozialversicherungen und ein radikaler Bürokratieabbau.
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