Das Robotikunternehmen Stecher aus Baden-Württemberg erzielte noch bis vor Kurzem Rekordumsätze und wurde mit dem Innovationspreis des Landes ausgezeichnet. Nun ist die Stecher-Gruppe nach 62 Jahren Betriebstradition insolvent. Insgesamt 175 Mitarbeiter am Standort Sauldorf-Krumbach sind betroffen. Auch die Stecher Drehtechnik GmbH und die Stecher Holding mussten Anfang April Insolvenz anmelden, wie die Schwäbische Zeitung zuerst berichtete.
Das mittelständische Familienunternehmen ist in den Bereichen Robotik und Maschinenbau tätig und entwickelte unter anderem automatisierte Produktionssysteme. Zu den Kunden zählten Unternehmen aus der Automobilindustrie sowie andere Maschinenbauunternehmen. Für diese Leistungen erhielt Stecher im Jahr 2020 den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg. Nun steht das Unternehmen überraschend vor der Insolvenz. Für Geschäftsführer Günter Stecher, der den Betrieb in zweiter Generation leitet, ist der plötzliche Absturz „eine brutale Niederlage“ und der „tiefste Punkt meiner beruflichen Karriere“.
Als Ursachen nennt das Unternehmen unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie sowie internationale Konflikte. Firmenchef Stecher sieht die Verantwortung jedoch auch bei der Politik. Der Standort Deutschland sei durch hohen Bürokratieaufwand zunehmend teurer geworden – daran habe auch die Kanzlerschaft von Friedrich Merz nichts geändert, vielmehr habe sich die Situation weiter verschärft. Ausschlaggebend sei letztlich der Iran-Konflikt gewesen: Zahlreiche Auftraggeber hätten ihre Projekte gestoppt und Budgets eingefroren.
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