Europa ist empört. Schon wieder. US-Präsident Donald Trump denkt laut über Grönland nach – strategisch, militärisch, wirtschaftlich. Und statt sich zu fragen, warum die USA überhaupt auf die Idee kommen könnten, Grönland kaufen zu wollen, verfällt die EU in das altbekannte Ritual aus moralischer Empörung, diplomatischen Floskeln und politischer Selbstvergewisserung. Das Ergebnis: Europas strategische, wirtschaftliche, und militärische Bedeutungslosigkeit wird ein weiteres Mal offenbart und zementiert sich weiter. Grönland wird am Ende dieses Prozesses wie auf einem Silbertablett für Washington bereit liegen.
Die Wahrheit ist unbequem: Europa und damit insbesondere Dänemark haben Grönland politisch und sicherheitspolitisch vernachlässigt. Jahrzehntelang wurde die Insel als entlegene Randnotiz behandelt, als exotischer, weit entfernter Teil des dänischen Königreichs, aber nicht als das, was sie ist: DER geopolitische Schlüsselraum.
Grönland ist reich an seltenen Erden, strategisch gelegen zwischen Nordamerika, Europa und Russland, entscheidend für Raketenabwehr, Handelsrouten und die Arktissicherheit. Und was ist die europäische Vision? Nicht vorhanden. Keine Industriepartnerschaften, keine sicherheitspolitische Strategie, kein Angebot an die grönländische Bevölkerung, das über wohlklingende, aber leere Versprechen hinausgeht.
Die grönländische Stadt Nuuk
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











