Die europäische Politik müsste dringend ihre Lebenslügen kassieren. Leider sieht es so aus, als würde jede Woche schriller vor der US-Regierung gewarnt werden, um Fehler der Vergangenheit zu übertünchen und die eigene Reform-Müdigkeit zu kompensieren. Taten werden durch Moral ersetzt.
Die Realität wird mit Realitätskritik verschleiert. So hat man keine Chance gegen Trump. „Be strong, be brave, be fearless“, das schrieben am Freitag mit Ursula von der Leyen, Robert Metsola, Antonio Costa, Valdis Dombrovskis und Manfred Weber gleich fünf wichtige Funktionäre der EU auf der Plattform X. Der Adressat: Wolodymir Selenskyj. Der ukrainische Präsident war kurz vorher mit Donald Trump und JD Vance im Oval Office vor den Kameras der Welt aneinandergeraten.
Viel wurde zu der Auseinandersetzung an sich geschrieben, mehr als genug eigentlich, jeder kann sich ein eigenes Bild machen. Deshalb von mir zu der konkreten Situation nur wenige Sätze: Wer noch nicht mal eine Stunde lang dem Druck des Präsidenten und des Vizepräsidenten einer befreundeten Nation, die einem in Kriegszeiten wie kein anderes Land geholfen hat, standhalten kann und sowohl in der Körpersprache als auch in der Rhetorik den Eindruck eines bockigen Kindes vermittelt, hat einen großen Fehler gemacht.
Die viel diskutierte Situation im Weißen Haus ...
Man muss Trump und Vance nicht lieben, um das zu sehen. Selbst der Nato-Chef Mark Rutte sah die Schuld bei dem Ukrainer und forderte ihn auf, das Verhältnis zu den USA wiederherzustellen. Selenskyj persönlich bedankte sich am Samstag nach dem Eklat bei Donald Trump für die Unterstützung der Amerikaner. Damit sollte die Sache eigentlich geklärt sein. Ein Missverständnis, das klärbar ist, kein Grund zur Hysterie, oder?
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