Europäer klagen über Handelsdeal

vor 11 Monaten

Europäer klagen über Handelsdeal
Bildquelle: Tichys Einblick

Dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen keine außergewöhnlich kompetente Politikerin ist, wissen Beobachter der deutschen Politik seit ihrer Performance als Familien- und Verteidigungsministerin. Von der Leyen besitzt weder die intellektuellen noch die strategischen Fähigkeiten, komplexere Strukturen zu erkennen oder gar zu optimieren. Die Kritik, sie habe sich von Donald Trump, wie zu erwarten war, während der Handelsgespräche über den Tisch ziehen lassen, ist nicht falsch, erfasst allerdings nicht den Kern des Problems. Das Ergebnis, das nun von europäischer Seite so lautstark beklagt wird, ist Ausdruck der geopolitischen Schwäche der Europäischen Union. Von der Leyen reiste mit leeren Koffern nach Schottland. Sie musste zwangsläufig mit leeren Taschen wieder heimkehren.

Im grünen Klima-Fantasialand Europa herrscht nun also Katerstimmung. Von Unterwerfung ist die Rede, von einem katastrophalen Deal. Der Bundeskanzler spricht von großen Problemen, die nun auf die deutsche Wirtschaft zukommen. Guy Verhofstadt, ehemaliger belgischer Premierminister und eine Art Euro-Medienstar, spricht von einer skandalösen Verhandlung und einer Katastrophe für Europa. Frankreichs Premierminister François Bayrou beklagt einen düsteren Tag, an dem sich ein Bündnis freier Völker zur Unterwerfung entschlossen habe.

In Europa herrscht Fassungslosigkeit über die harte Verhandlungslinie Trumps und die Unerbittlichkeit, mit der die Amerikaner nun ihr Handelsdefizit und die Probleme, die mit der Deindustrialisierung des Landes einhergehen, aus der Welt schaffen.

Herzlich willkommen in der Welt der Realpolitik.

Die harsche Reaktion der europäischen Politik auf die handelspolitische Unterwerfung zeigt, dass der Groschen langsam aber sicher gefallen ist und dass es Zeit ist, einige grundsätzliche Irrtümer über das Verhältnis zwischen Europa und den Vereinigten Staaten aus der Welt zu schaffen.

Zwei grundlegende Irrtümer begleiten den transatlantischen Diskurs über viele Jahre. Die erste ist, von einer amerikanischen Dominanz auszugehen, die in ihrer imperialen Politik zum Ausdruck käme. Gerade die US-Regierungen der Präsidenten Biden und Obama folgten minutiös der globalistischen Agenda europäischen Stils. Gemeinsam mit ihren politischen Mitspielern in Brüssel, London und Davos installierten die Amerikaner während dieser Regierungsjahre dieselbe zerstörerische Klimaagenda, betrieben dieselbe inflationäre Geldpolitik und arbeiteten am Aufbau ihres Wohlfahrtsstaats nach europäischem Vorbild.

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