Zu allem Unglück für die Europäer bedeutet das auch, dass sie weiter in ihrem ideologisch vergifteten, realitätsfremden und selbstzerstörerischen Saft schmoren werden, weiter um jeden Preis den Ukraine-Krieg fortführen wollen – während sich global die Machtverhältnisse dramatisch verändern und Europa auf fast allen Feldern ins Wanken gerät.
Die Reaktionen europäischer Politiker und Medien auf das US-Papier belegen oft eine erschreckende Weltfremdheit – und einen enormen Groll auf einen US-Präsidenten, der zur Verblüffung mancher Regierungen sein Versprechen, „Amerika wieder groß zu machen“, wirklich Taten folgen lässt.
Zwischen Washington und Berlin gibt es derzeit einen gravierenden Unterschied: Deutschland hat ein Erkenntnisproblem, die USA lediglich ein Handlungsproblem. Keineswegs garantiert die tatkräftige, gestaltende Politik einer Regierung den Erfolg; auch sie kann völlig scheitern.
Aber wer sich nicht den Realitäten stellt, wessen Politik sich vor allem auf Illusionen und Wunschträumen gründet, der ist in einer wahrhaft verdammt üblen Lage. Das gilt leider für weite Teile Europas, insbesondere aber für Deutschland.
Das Amerika des Donald Trump scheint die teils gigantischen Herausforderungen in dieser Zeit eines dramatischen Umbruchs – machtpolitisch, technologisch, demografisch, kulturell und ökonomisch – verstanden zu haben: Es geht um alles, um wirklich alles; ziemlich sicher aber nicht in erster Linie um „Klimakatastrophe“ oder „regelbasierte Weltordnung“.
Entlarvend sind die überwiegend weltfremden und teilweise zornigen Reaktionen in Europa auf die amerikanische Strategie. Ganz offensichtlich traf sie einen Nerv, auch weil explizit die EU-Staaten und Brüssel für Angriffe auf die Meinungsfreiheit und für offene Grenzen verantwortlich gemacht werden.
Die meisten Regierungen und Regierungschefs in Europa hüteten sich vor öffentlicher Kritik an Trumps Papier, wiesen allerdings in vorsichtigen Formulierungen die harsche Kritik an Europas innerer Entwicklung zurück. In den wenigen, etwas deutlicheren Stellungnahmen einiger Politiker und insbesondere in Kommentaren der Medien wurde deutlich, wie sehr auf dem alten Kontinent die amerikanischen Einschätzungen als erneuter politischer Affront empfunden werden.
CDU-Außenminister Johann Wadephul meinte, die Europäer bräuchten von der US-Regierung „keine Ratschläge“ und keine Belehrungen zu Demokratie und Freiheitsrechten. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sprach von einer „zweiten Zeitenwende für Europa“. Offenbar stünden die USA „nicht mehr an der Seite der Europäer“. Die „Kündigung der jahrzehntelangen Unterstützung“ bedrohe aber die Existenz der EU.
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