Die Rekonstruktion Europas: Selbstbehauptung statt Selbstauflösung

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Die Rekonstruktion Europas: Selbstbehauptung statt Selbstauflösung
Bildquelle: Tichys Einblick

Den radikalen Varianten des Dekonstruktivismus geht es um das Aufgehen des Westens in der bunten Diversität unterschiedlicher Weltkulturen. Gemeinsam ist ihnen die Aufhebung des Westens in globalen Kategorien der Klimareinheit und Gleichheit aller denkbaren Identitäten. Allenfalls darf ein Regenbogen-Westen überleben, in dem seine einst christlich-bürgerlichen Werte von neuen woken Werten abgelöst worden sind.

Die geradezu widernatürliche Selbstverleugnung der eigenen Interessen an billiger Energie und industriellem Wohlstand gerinnt aus dem Heilsversprechen einer global heilen Welt. Um diesen Hoffnungen Nachdruck zu verschaffen, werden apokalyptische Unheilsbotschaften wie insbesondere der globale Klimawandel – oder auch der Russe vor Berlin – mobilisiert und jeder Unglaube an diese Botschaft als Leugnung des Heilsgeschehens gebrandmarkt.

Dieser nunmehr als Globalismus auftretende Utopismus umgreift eine vormals ideologisch für undenkbar gehaltene Koalition zwischen ultraliberalen Entgrenzern der Handelsgrenzen, physischen Landesgrenzen und Geschlechtergrenzen sowie sich – in stalinistischer Diktion – „antifaschistisch“ nennenden Feinden der widerstehenden alten Akteure. Dieser ideologische Strom wurde in seiner Breite so mächtig, dass er die Reste linken Klassendenkens sowie selbst der einst bürgerlich-konservativen Kräfte mit sich fortgerissen hat.

Allen Globalimus-Anhängern gemeinsam ist die Dekonstruktion lokal oder national begrenzter Interessen. Durch konkrete Bedrohungen wie Bevölkerungsschwund, islamische Migration und Deindustrialisierung stößt dieser politisch-kulturelle Dekonstruktivismus heute an seine Grenzen. Das Vordringen von sogenannten Rechten, das heißt die Selbstbehauptung des Eigenen fordernden Kräften, ist eine selbstverständliche dialektische Konsequenz. Je mehr die Ideologie von „No border – no nation!“ schon eine Gegenwehr verhindert, desto stärker werden diese Kräfte werden.

Die Globalismus-Anhänger sind darüber bereits derart in die Defensive geraten, dass sie sich nur noch mit der Dämonisierung Andersdenkender zu verteidigen vermögen. Dieser Machtkampf hat längst die hilflos beschworenen Links-Rechts-Kategorien in den Schatten gestellt.

Die anmaßenden Universalisierungs- und Hegemonieansprüche des Westens haben diesen überdehnt und überfordert. Ihren dramatischen Schlusspunkt erreichen sie mit der Entneutralisierung der Ukraine und Georgiens, womit sie die Einflusssphäre und Sicherheitsinteressen Russlands und die allein noch mögliche multipolare Weltordnung in Frage stellten.

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