Die Enthüllung, die auf einer gemeinsamen Recherche von DeSmog, The Guardian, El Diario und G4Media basiert, sorgt erneut für Kritik an der Fehlkonstruktion der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Die Untersuchung wertete offizielle Subventionsdaten aus Tausenden von Empfängern aus und konnte 110 Zahlungen an ein Netzwerk von Firmen nachverfolgen, die von der Al-Nahyan-Familie und dem Abu-Dhabi-Souveränitätsfonds ADQ kontrolliert werden.
Der Löwenanteil entfiel auf den rumänischen Agrarkonzern Agricost. Das Unternehmen bewirtschaftet mit 57.000 Hektar den größten einzelnen Agrarbetrieb der gesamten EU – eine Fläche, die fünfmal so groß ist wie Paris. Allein im Jahr 2024 erhielt Agricost 10,5 Millionen Euro direkte Zahlungen, also mehr als 1.600-mal so viel wie der Durchschnitt eines EU-Landwirtschaftsbetriebs.
In Spanien flossen über fünf Millionen Euro (seit 2015) an Firmen von Al Dahra, die mehr als 8.000 Hektar bewirtschaften. In Italien erhielt der Fruchtproduzent Unifrutti – 2022 von ADQ für rund 830 Millionen Dollar übernommen – nach der Übernahme mindestens 186.000 Euro. Die Produktion dient vor allem dem Export: Alfalfa und Futtermittel gehen größtenteils in die Golfregion, wo sie die wachsende Milchindustrie der VAE versorgen. Al Dahra hat dazu einen langfristigen Liefervertrag mit der Regierung in Abu Dhabi.
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