EU Inc: Das Feigenblatt für bürokratische Zügellosigkeit

vor 5 Monaten

EU Inc: Das Feigenblatt für bürokratische Zügellosigkeit
Bildquelle: Tichys Einblick

Wir haben in der Europäischen Union einen Punkt erreicht, an dem man sich glücklich schätzen muss, wenn eine Handvoll Tage ohne neue Regulierungsinitiativen des Brüsseler Zentralkörpers vergeht.

Um etwas Druck vom Kessel zu nehmen und die wachsende Kritik am Bürokratiedschungel der EU zu entschärfen, präsentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen während des Weltwirtschaftsgipfels in Davos die Idee einer EU-weiten Unternehmensrechtsform. EU Inc heißt der geplante neue Typus einer paneuropäischen Kapitalgesellschaft. Sie wäre die 28. europäische Rechtsform neben den unterschiedlichen nationalen Gesellschaftstypen wie der GmbH, der SA oder der Limited.

Was von der Leyen als innovatives Projekt präsentierte, soll künftig Start-ups und Scale-ups eine vereinfachte Unternehmensgründung ermöglichen. Ziel ist es, im Anschluss an die Errichtung der Gesellschaft grenzüberschreitend in sämtlichen 27 Mitgliedstaaten des Binnenmarktes tätig sein zu können, ohne zusätzliche Tochtergesellschaften aus der Taufe heben zu müssen, um den Anforderungen des jeweiligen nationalen Rechts nachzukommen.

Die EU Inc soll einen einheitlichen, vollständig digitalisierten Gründungs- und Verwaltungsprozess ermöglichen. Unternehmen sollen innerhalb von 48 Stunden online registriert werden können – ohne Notartermin und ohne aufwendige Papierformalitäten.

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