In Leipzig droht ein offener Bruch innerhalb der linken bis linksextremistischen Szene. In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar kam es im Stadtteil Connewitz und der angrenzenden Südvorstadt zu einer Serie gewalttätiger Übergriffe, die eine neue Eskalationsstufe innerlinker Grabenkämpfe markieren. Verantwortlich gemacht wird die pro-palästinensische Gruppe Handala, die für den 17. Januar eine Demonstration gegen eine Politikerin der Linkspartei und gegen linke Einrichtungen angekündigt hat.
Nach übereinstimmenden Berichten zogen in der Nacht mehrere vermummte Gruppen durch Connewitz. Auf ihrem Weg beschmierten sie unter anderem ein Werbebanner für das „Jahr der jüdischen Kultur“ sowie das Grünen-Abgeordnetenbüro in der Südvorstadt. Anwohner wurden eingeschüchtert und mit Pyrotechnik beschossen – teilweise auf Kopfhöhe. Beobachter aus dem israelsolidarischen Teil des linken Spektrums sprechen von einer „potenziell tödlichen Form der Gewalt“, wie sie in Leipzig bislang eher aus der Hooligan-Szene bekannt sei.
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