Apollo News: Mit Blick auf den Krieg gegen den Iran und die Eskalation im Mittleren Osten betont die AfD die deutschen Interessen. Aber was sind die deutschen Interessen hier konkret?
Markus Frohnmaier: Deutschlands Interessen sind grundsätzlich: Schutz der inneren und äußeren Sicherheit, Zugang zu Märkten und Rohstoffen und der Erhalt der eigenen kulturellen Identität. Daraus ergibt sich, dass Deutschland ein Interesse daran hat, dass kein Terror nach Deutschland exportiert wird, dass vom Ausland hier keine extremistische Strukturen finanziert werden und dass keine massenhaften Migrationsströme in Richtung Deutschland fließen. Auch die nukleare Aufrüstung fanatisch-islamistischer Regime berührt deutsche Sicherheitsinteressen.
Wichtig ist auch, dass Deutschland verteidigungs-, außen- und wirtschaftspolitisch handlungsfähig wird. Dazu gehört, dass sich Deutschland nicht in Eskalationsspiralen hereinziehen lässt und eine realistische, möglichst auf Diplomatie basierende Außenpolitik vertritt, die Gesprächskorridoren öffnet.
Sie selbst haben gesagt: „Der Iran war über Jahrzehnte der zentrale destabilisierende Faktor in der Region. Teheran hat Terrorstrukturen aufgebaut und finanziert, Stellvertreterkriege angeheizt und damit Konflikte befeuert, die bis nach Deutschland wirken: Durch islamistische Netzwerke und Finanzströme, Sicherheitsrisiken und Migrationsbewegungen.“ Wenn das so ist – ist Trumps Vorgehen dann nicht genau richtig?
Militärische Auseinandersetzungen sind in Konflikten auch mit feindlich gesinnten Staaten immer der letzte Schritt, der auf allen Seiten massive Kosten mit sich bringt. Nüchtern lässt sich festhalten: Es ist nachvollziehbar, dass die USA und Israel auf die über Jahrzehnte aufgebaute iranische Stellvertreterstrategie und das Atomprogramm mit einer harten, begrenzten Operation reagieren. Trotzdem besteht das Risiko eines Flächenbrandes, eines Bürgerkriegs und eines längeren Abnutzungskriegs.
Aus deutscher Perspektive ist nicht der Applaus oder Verurteilung entscheidend, sondern die Folgen für unsere Sicherheitsinteressen. Und diese sind sowohl berührt von einem aggressiven iranischen Regime wie auch von den potenziellen Kriegsfolgen.
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