Es ist das erste Urteil im sogenannten Budapest-Komplex: Hanna S. muss ins Gefängnis. Die 30-Jährige soll im Februar 2023 als eine von 17 Personen vermeintliche Besucher einer in Teilen rechtsextremen Kundgebung in der ungarischen Hauptstadt gewalttätig angegriffen haben. Am „Tag der Ehre“ hatte die linksextreme Gruppe Teilnehmer des jährlichen Gedenktages unter anderem mit Hiebwaffen schwer verletzt und sich dabei an dem Vorgehen der bekannten Hammerbande um Lina E. orientiert, zudem gibt es personelle Überschneidungen zwischen beiden Gruppen.
Auch gegen Hanna S. ermittelte der Generalbundesanwalt wegen der Angriffe in Ungarn. Die im Mai 2024 festgenommene Frau soll der Anklage zufolge in Budapest anwesend gewesen sein, um „gemeinsam Gewaltstraftaten gegen Angehörige des politisch rechten Spektrums zu begehen“, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das sah das Gericht am Freitag als bestätigt an.
An insgesamt zwei von fünf Angriffen soll die Angeklagte demnach beteiligt gewesen sein. Neun Jahre forderte dafür der Generalbundesanwalt, die Verteidigung forderte einen Freispruch. In dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht München ging es seit Februar daher um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung im Falle eines Angriffs auf ein deutsches Paar. Ein Mann soll hier wegen seiner Kleidung von der in rechtsextremen Kreisen beliebten Marke Thor Steinar als Opfer auserkoren worden sein.
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