EREV – Elektrisch Fahren mit Verbrennungsmotor

vor etwa 1 Jahr

EREV – Elektrisch Fahren mit Verbrennungsmotor
Bildquelle: Tichys Einblick

Ein neuer Stern am Elektroauto-Himmel ist aufgegangen, und der heißt EREV (Extended Range Electric Vehicles). Hinter EREV verbirgt sich ein reines Batterieelektroauto, dessen Batterie während des Fahrbetriebs unentwegt konstant von einem kleinen Verbrennermotor als Generator nachgeladen wird. Und die gesamte E-Chaise am Laufen hält, sogar bis zu Reichweiten von 1000 km. Und das Ganze umweltfreundlich zu niedrigsten CO2-Emissionswerten, die den scharfen EU-Vorschriften entsprechen.

Chinesische Autohersteller haben begonnen, ihre Elektrofahrzeuge mit Benzin betriebenen Generatoren, sogenannten Range Extendern, auszustatten, um die Reichweite zu erhöhen. Kein Wunder, dass solche Batterie-Elektroautos (BEV), die ihren Charme für die Nutzer daraus beziehen, ausgerechnet von einem Verbrennermotor (sic!) fahrfähig gehalten zu werden, derzeit die automobilaffinen Gemüter in Politik und Autoindustrie heftig bewegen. 1000 Kilometer am Stück elektrisch fahren, ohne lästige Kaffeepausen oder nachtanken – das ist doch was!

Die Ideologen aus beiden Technologie-Lagern sind konsterniert. Jene aus Politik und Medien, die das reine Batterie-Elektroauto (BEV) als das alleinseligmachende, weil klimarettende Vehikel ansehen, sehen ihre hoch bejubelten Verbrenner-Aus-Felle 2035 plötzlich davonschwimmen. Und auf Seiten der hartleibigen „petrol-heads“ schwindet der Glaube auf die erhoffte Einsicht der EU-Politik und das Aus für das Verbrenner-Aus. Und immerhin ist diese Kombination von Verbrenner- und Elektrotechnik im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung als förderungswürdig eingestuft worden.

Statt einem richtigen Verbrennungsmotor mit vielen Zylindern verfügt EREV lediglich noch über ein Verbrenner-Motörchen von etwa einem Zylinder und einem Mini-Benzin-Tank. Erfunden haben es die Deutschen, als erster eingesetzt und ausgesetzt hat es BMW, und entdeckt als wirksames Instrument im gnadenlosen Wettbewerb am chinesischen Markt für Elektroautos haben es jetzt die Chinesen; sie sind dabei, EREV nicht nur in China, sondern auch in Europa zu vermarkten.

Zufrieden aus beiden Mobilitäts-Lagern ist keiner. Die ökonomische Erfahrung mit nachhaltig gegensätzlichen Positionen lehrt, dass in solchen Fällen eine Zwischenlösung – selbst nur für begrenzte Dauer – so schlecht nicht sein kann. Nach dem Motto „gleiches Leid für alle“. Oder, niemand wohl, aber auch niemand weh!

Wie sich die Ereignisse ähneln. Mitte der 80er-Jahre war es BMW unter dem legendären CEO Eberhard von Kuenheim, der die Weltautomobilindustrie von der Notwendigkeit des Drei-Wege-Katalysators zur Abgasreinigung überzeugte. Gegen heftige Widerstände, denn dies erfordert als Vorleistung eine Umstellung im Raffinerie- und Tankstellensystem auf bleifreies Benzin.

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